Die Bleßberghöhle - ein Naturwunder für die Zukunft bewahren.

Chronik

  • Juli 2012 Eine Erklärung des Thüringer Höhlenvereins zum neuen Zugang gibt es hier.

  • Juni 2012 Wir haben jetzt die erste Version des virtuellen Rundgangs durch die Bleßberghöhle online gestellt.

  • Mai 2012 Zwischen 2008 und 2009 wurden die Zugänge zu allen vier beim Vortrieb des Bleßbergtunnels aufgefundenen Teilen des Bleßberghöhlensystems im Auftrag der Deutschen Bahn AG mit Beton verschlossen. In den folgenden Jahren gab es zahlreiche ehrenamtliche Einsätze der Höhlenforscher des Thüringer Höhlenvereins mit dem Ziel von einer benachbarten Höhle aus eine Verbindung zur Bleßberghöhle zu finden. Jetzt ist es uns gelungen einen Zugang zu dem größten, nordwestlichen Teil der Bleßberghöhle zu sichern. Dank gebührt auch den Mitarbeitern von Behörden und Ämtern, den engagierten Politikern, dem Landkreis Sonneberg, der Stadt Schalkau (insbesondere dem langjährigen Bürgermeister Reinhard Zehner), der Agrargenossenschaft Schalkau und nicht zuletzt den Einwohnern von Neundorf, die durch ihren Beitrag das Projekt voran brachten. Für die breite Öffentlichkeit war es unverständlich, das eine, für unsere Region, so bedeutende Entdeckung einfach wieder zu betoniert wurde. Jetzt benötigen wir viel Zeit für die langwierige Erforschung des Höhlensystems. Der Zugang ist aufgrund der Teils schwierigen Verhältnisse (eng, Wasser) und der Empfindlichkeit der Tropfsteine nur für Höhlenforscher und Spezialisten im Rahmen der weiteren Erforschung der Höhle möglich. Die anderen drei Teile der Bleßberghöhle sind weiterhin nicht zugängig. Eine Erschließung eines geeigneten Teils der Bleßberghöhle als Schauhöhle ist derzeit nicht in Sicht.

  • 20.5.2011 Derzeit kursieren Pressemeldungen über eine baldige touristische Erschließung der Bleßberghöhle. Das ist jedoch unzutreffend. Die Idee ist ein multimediales Informations- bzw. Erlebniszentrum über der Höhle. Erwogen wird auch ein künstlicher Stollen in Richtung der Höhle mit einem oder mehreren Sichtfenstern in ausgesuchte Bereiche der Höhle. Alternativ zu dem sehr teuren Stollen oder Schacht gibt es die Idee Kameras in der Höhle zu installieren, deren Videostream an Monitore im Informationszentren übertragen würde. Florian Meusel, Leiter des Naturpark Thüringer Wald e.V., der federführend in dem Projekt wirkt: "Die Höhle selbst kann wegen der Zerbrechlichkeit der Tropfsteine und der Enge nicht für Besucher geöffnet werden." Die Finanzierung ist noch völlig ungeklärt. Die Höhlenforscher des THV e.V. unterstützen das Projekt mit ihren fachlichen Kenntnissen.

  • 30.04.2010 Eine Bohrung der TLUG erreicht nach 68,35 m die Bleßberghöhle im Bereich des großen Sees. Hier soll eine Grundwassermessstelle eingerichtet werden.

  • 17.01.-25.01.2009 Erforschung der Westteile der Bleßberghöhle: Für neun Tage hatten wir die Möglichkeit den Westteil der Höhle zu erkunden. Danach wird der letzte Zugang zur Höhle im Auftrag der Deutschen Bahn AG endgültig mit Beton verschlossen.

  • 09.12.2008 Die Deklaration zum Höhlenschutz im Europäischen Parlament ist gescheitert. 140 von 785 Abgeordneten haben gezeichnet, 393 Unterschriften wären nötig gewesen. Trotzdem danke an alle die geholfen haben. Wir werden weiter, auch im EU Parlament, versuchen die Ziele der Deklaration umzusetzen.

  • 30.10.2008 Zur Zeit wird, wie in der Presse berichtet, der Bereich der Höhle direkt unter dem Tunnel ausgeräumt. Höhlenforschern ist das Betreten verboten. Damit ist eine unabhängige Dokumentierung des Vorgefundenen nicht gewährleistet. Die Halde mit dem ausgeräumten Material wird von einer Security-Firma 24 Stunden rund um die Uhr bewacht. Es soll offensichtlich verhindert werden, dass bekannt wird was hier an Sinterschmuck gefunden wurde. Andere Halden der ICE Neubaustrecke werden nicht bewacht, obwohl sich besonders am Wochenende, auch hier Besucher aufhalten.

  • 24.08.2008 Wir stellen die Dokumentation der Bleßberghöhle des Thüringer Höhlenverein e.V. zum herunterladen (2,3 MB) zur Verfügung. Veröffentlichung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des THV.

  • 13.07.2008 Befahrung der Blessberghöhle II durch Höhlenforscher des THV. Die Höhle wurde vermessen und Fortsetzungen erkundet. Bambam (Frank Göpfert aus Suhl) gelang es einen engen Durchschlupf im Deckenbereich des Westteils der Höhle so zu erweitern, das wir in den dahinter liegenden Gangbereich gelangten. Die erkundete Länge der Blessberghöhle II erweiterte sich auf circa 90 m. Bilder

  • 31.05.2008 Höhlenforscher retten bei der Suche nach einem alternativen Zugang zur Blessberghöhle eine entkräftete Fledermaus. Es handelt es sich um eine Bechsteinfledermaus, die unter Naturschutz steht.     Bilder von Fledermaus "Blessi".

  • 28.05.2008 Beim Tunnelvortrieb wurde ein weiterer Höhlengang (Blessberghöhle II) von bislang circa 40 m Länge entdeckt.

  • 12.04.2008 - Beim Weiterbau des Tunnels wurde dann auch der erwartete östliche Teil der Höhle angeschnitten. Diesmal wurde kein Beton eingebracht und die Zusammenarbeit mit der Bahn klappte gut. Am 12.4.08 und 13.4.08 wurden durch THV Mitglieder Erkundungen und Vermessungen im Ostteil der Höhle durchgeführt. Hier einige Bilder der Ostteilbefahrung.

  • 07.04.2008 - Pressemitteilung des THV zur Entdeckung.

  • 03.04.2008 - Für uns Höhlenforscher ergab sich kurzfristig die Gelegenheit, Teile der Höhle im Schnelldurchgang zu besichtigen (der Betonmischer wartete schon). Zu dem Zeitpunkt hatte sich bereits ein See mit 100 m Länge und etwa 10 m Tiefe angestaut. Leider konnten wir, trotz anwesender Presse und Fernsehen, keinen Baustopp erreichen. Nach nur wenigen Stunden der Erkundung wurde der Zugang zur Höhle mit weiteren 900 m³ Beton verschlossen. Bei dem "Speedcaving" entstanden einige Schnappschüsse des West-Teils der Höhle  mit der Kompaktkamera.

  • 30.03.2008 - Am 30.3.08 wurde beim Bau des Blessbergtunnels eine Karsthöhle angeschnitten. Durch das Einbringen von circa 500 m³ Beton wird erfolglos versucht den Hohlraum zu verfüllen um schnell weiterbauen zu können. Der eingebrachte Beton verstopft aller Wahrscheinlichkeit nach den Abfluss des Höhlenbaches.

Fragen und Antworten

Warum heißt die Höhle Bleßberghöhle, obwohl sie doch im Herrenberg liegt?

Der Herrenberg ist einer der bedeutenden Ausläufer des Bleßbergmassives. In Thüringen gibt es einige Herrenberge, was eine Zuordnung schwierig macht. Der Bleßberg ist Thüringenweit bekannt und damit ist auch die überregional bedeutende Bleßberghöhle gut zuordenbar. Die Bleßberghöhle ist bislang in nur wenigen Tagen ansatzweise erforscht. Die bisherigen Erkenntnisse lassen eine weitere Ausdehnung über die gesamte Breite des Bleßbergmassives vermuten.

Kann die Bleßberghöhle besichtigt werden?

Die Bleßberghöhle ist ein, bis zu ihrer Entdeckung im Jahre 2008, unberührtes Archiv der geologischen Vergangenheit unseres Raumes mit überregionaler Bedeutung. Jahrelange weitere Erforschungen der Höhle sind jetzt notwendig. Erfahrungen aus vielen anderen Tropfsteinhöhlen Europas zeigen. dass ein "schneller Zugang für alle", wie von manchem erwünscht, zu unwiederbringlichen Zerstörungen führt. Zerstörungen in Höhlen sind irreparabel, da der ursprüngliche Zustand nicht mehr hergestellt werden kann.

Deshalb ist ein Zugang für die Öffentlichkeit auf absehbare Zeit nicht möglich. Ähnlich wie die französischen und spanischen Höhlenforscher mit einzigartigen Bilderhöhlen stellen wir uns der Aufgabe die Bleßberghöhle der Öffentlichkeit ohne direkte Besichtigung möglichst realitätsnah zu zeigen.